Sibylle Jazra & Matthias Pabsch — Alpha
Eröffnung am 13. Januar 2012, ab 19 Uhr
Finissage am 20. Januar 2012, ab 19 Uhr

In der Ausstellung Alpha zeigt Galerie Thomas Crämer, in Kooperation mit Gloria Berlin, neue Arbeiten von Sibylle Jazra und Matthias Pabsch.

Alpha, im umgangssprachlichen Gebrauch oft in Hinblick auf den ersten Buchstaben des griechischen Alphabets, als Synonym für Beginn verwendet, geht in der christlichen Theologie untrennbar einher mit dem Omega, dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, als Synonym für Ende. Die bildende Kunst birgt eine unübersehbare Parallele zum theologischen Alpha und Omega, zum göttlichen im Menschen selbst, der Fähigkeit zum kreativen Ausdruck. Der Künstler besitzt mit seinem kreativen Ausdruck, seiner Fähigkeit zur Schöpfung des Kunstwerkes, das Alpha – der Beginn des Prozesses einer Erfahrung durch das Omega, den Rezipienten. Dieser Dualität zwischen Künstler und Rezipient wohnt einer der zentralen Aspekte der Kunst selbst inne: die Auseinandersetzung zwischen Werk und Betrachter. Wie Alpha und Omega unser Alphabet an sich umschließen und somit unsere Sprache, die Grundlage jeglicher Gesellschaft, bilden, tun dies Künstler und Rezipient im soziologischen Sinne.

Sibylle Jazra erarbeitet malerisch und objekthaft poetische Landschaften mittels symbolischer Artefakte und Zeichen, die wie ironische, narrative Anmerkungen absurde Befehle an die Betrachter formulieren. Konträr reduziert Matthias Pabsch die Sprache seines bildnerischen Mediums auf ihr kleinstes bedeutendes Element. Nur Spuren von Malerei und Materialschichten bleiben nach einem Abschleifprozess als Grundprinzip sichtbar. Diese Konstruktion von Schein-Zeichen führt er durch ästhetisch-architektonische Aufbauten und beispielhafte Materialumdeutungen in die reale Welt über.

Alpha